Was bedeutet die Taufe?
Die Taufe ist die festliche Aufnahme eines Menschen in die christliche Gemeinde. Im Taufgottesdienst gießt dabei die Pfarrerin oder der Pfarrer einige Tropfen Wasser über den Kopf des Täuflings. Das Ritual geht zurück auf die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer, die in der Bibel geschildert wird. Die Taufe ist ein Sakrament, das alle Christen miteinander verbindet. Sie ist im Leben eines Menschen einmalig und unwiderruflich.
Was spricht für eine Kindertaufe?
Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk Gottes. Eltern antworten darauf, indem sie ihr Kind taufen lassen. Gott spricht in der Taufe den Kindern seine Liebe zu, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Eltern und Paten haben dann die Aufgabe, stellvertretend für die Kinder den Glauben zu bezeugen und den Kindern von ihrem christlichen Glauben, aber auch von ihren Zweifeln zu erzählen. Viele Religionspädagogen und Theologen betonen, dass es wichtig ist, mit Kindern über Gott zu sprechen. In Artikel 14 der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 ist das Grundrecht der Kinder auf Religion verankert. Später in der Konfirmation können die Jugendlichen selbst ihr Ja zum Glauben an Jesus Christus bekräftigen.
In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?
Meistens werden die Kinder im ersten Lebensjahr getauft. Aber auch eine spätere Taufe ist möglich, wenn das Kind schon bewusst wahrnimmt, was geschieht.
Welche Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?
Am besten wenden Sie sich an Ihr Gemeindebüro, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des Pfarramts an ihrem Wohnort über die Berechtigung zum Patenamt. Zum Taufgespräch bringen Sie die Geburtsurkunde des Kindes und Ihre Personalausweise mit.
Vielleicht fragen Sie sich, was man im Taufgespräch wohl von Ihnen erwartet. Das Taufgespräch ist nichts, was einem Sorgen bereiten sollte. Es ist einfach eine schöne Gelegenheit, Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin kennenzulernen und alle Fragen rund um die Planung und den Ablauf der Taufe zu klärem. Die Pfarrerin oder der Pfarrer möchten den Taufgottesdienst für Sie so schön wie möglich machen. Auch wenn die Taufe im Sonntagsgottesdienst oder während eines größeren Tauffestes mit weiteren Täuflingen stattfindet, finden sich genügend Möglichkeiten, dass Sie als Familie mit Ihrem Kind persönlich vorkommen.
Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche sind?
Die Entscheidung, ob eine Taufe trotz fehlender Kirchenmitgliedschaft beider Elternteile möglich ist, wird vor Ort in der zuständigen Kirchengemeinde getroffen. Sprechen Sie also ruhig Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin in Ihrer Ortsgemeinde an. Die Regelungen sind darüber hinaus von Landeskirche zu Landeskirche unterschiedlich.
Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?
Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieses Elternteil nicht das Sorgerecht innehat. Ist die Ehe zum Beispiel geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Taufe.
Wie suche ich die richtigen Paten aus?
Paten auszusuchen ist eine der wichtigsten Aufgaben rund um die Taufe. Sicher haben Sie sich schon einige Gedanken gemacht, wem Sie Ihr Kind anvertrauen wollen. Einiges, was wir Ihnen heute über das Patenamt erzählen, wird Ihnen aber vielleicht auch neu sein.
Wer kann Taufpate werden?
Soll ein Kind evangelisch getauft werden, so muss nach kirchlichem Recht mindestens einer der Taufpaten evangelisch sein. Die Patin oder der Pate sollte mindestens 14 Jahre alt, selbst getauft und konfirmiert sein. Angehörige anderer christlicher Kirchen können auch Taufpaten werden, sofern sie einer Kirche der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ (ACK) angehören. Dazu gehören zum Beispiel die römisch-katholische Kirche, die griechisch- und russisch-orthodoxen Kirchen, Baptisten, einige freie evangelische Kirchengemeinden und die englischen Kirchen. Nicht dazu zählen die Zeugen Jehovas oder Mormonen.
Um sicher zu gehen, besprechen Sie Ihre Patenwünsche am besten mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer, die oder der das Kind taufen soll. In den meisten Gemeinden gibt es verbindliche Regeln, wer Taufpate werden darf.
Manchmal fällt es den Eltern schwer, Taufpaten für ihr Kind zu finden, die der Kirche angehören. Sollte dies der Fall sein, kann man sich mit diesem Problem an die Pfarrerin oder den Pfarrer wenden. Es besteht die Möglichkeit, jemanden innerhalb der Gemeinde zu finden. Auch andere Möglichkeiten können in Betracht gezogen werden, hier kommt es auf den jeweiligen Pfarrer an, das Problem für alle zufrieden stellend zu lösen.
Wer nicht getauft ist, keiner christlichen Kirche angehört oder ausgetreten ist, kann nicht Taufpate werden
Die persönliche Eignung als Taufpate
Neben der konfessionellen Zugehörigkeit zu einer Kirche des ACK gehört auch die persönliche Eignung als Taufpate zu den Auswahlkriterien. Ein Taufpate übernimmt ein wichtiges Amt und verpflichtet sich bei der Taufe, verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Der ausgewählte Pate sollte willens und in der Lage sein, diese Aufgaben zu übernehmen und ihnen nachzukommen. Außerdem sollte die Beziehung zwischen den Paten und den Eltern des Kindes gut und gefestigt sein.
Wie viele Paten sind nötig? Geht es auch ohne?
In der Regel ist für die Taufe eines Kindes mindestens eine Patin oder ein Pate erforderlich. Meist wählen Eltern zwei Paten für ihr Kind. Wenn keine geeigneten Personen benannt werden können, wird die Pfarrerin oder der Pfarrer Sie bei der Suche unterstützen.
Viele Eltern wählen ihre Geschwister als Taufpaten aus. Dies hat den Vorteil, dass Familienmitglieder mit dem Patenkind lebenslang familiär verbunden sind. Andererseits stehen Tanten und Onkel des Kindes ohnehin schon in einem Verwandtschaftsverhältnis zu dem Kind und das Heranziehen von Freunden als Paten bietet dem Kind vielleicht eher Anregung von außen. Generell gibt es keine Garantie, dass sich die Taufpaten lebenslang ihrem Amt und dem Patenkind verpflichtet fühlen: Familien können sich zerstreiten, Eltern können sich trennen und Freunde können sich abwenden – es gibt viele Gründe, warum Patenkind und Taufpaten den Kontakt zueinander verlieren können. Am besten bespricht man auch solche Möglichkeiten mit den zukünftigen Paten.
Wann endet das Patenamt?
In der evangelischen Kirche endet das Amt formal mit der Konfirmation.
Kann ich mein Kind in einen kirchlichen Kindergarten schicken, wenn es nicht getauft ist?
Konfessionell gebundene Kindergärten nehmen oftmals auch ungetaufte Kinder auf. Sie als Eltern müssen aber damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche Glaubensinhalte kennenlernt. Fragen Sie an Ihrem Ort nach den Möglichkeiten.
Gibt es eine ökumenische Taufe?
Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist, erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession.
Wir möchten unser Kind taufen lassen. Können wir gleichzeitig kirchlich heiraten?
Das können Sie. Von vielen Pfarrerinnen und Pfarrern wird ein solcher Gottesdienst „Traufe“ (Taufe und Trauung in einem Gottesdienst) genannt. Es haben sich inzwischen eigene Formen entwickelt. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer!
Kann mein Kind zum Konfirmandenunterricht gehen, ohne getauft zu sein?
Ja, Ihr Kind kann am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Wenn das Kind nicht getauft ist, so wird es in der Regel am Ende des Konfirmandenunterrichts getauft. Eine Bestätigung der Taufe, also die Konfirmation, ist dann nicht mehr notwendig, da das Kind schon selbst Ja zu der Taufe gesagt hat. In der Praxis wird das Kind dennoch oft vor der Konfirmation getauft.
