Was muss ich als Pate tun?

Freunde haben Sie gefragt, ob Sie die Patenschaft für ihr Kind übernehmen wollen. Das ist eine große Ehre und Freude – und dazu eine Chance, eine dauerhafte Beziehung zum Patenkind aufzubauen. Wir informieren Sie hier über die Voraussetzungen für dieses besondere Amt und erklären, welche Voraussetzungen man für dieses Amt haben muss und wie man diese Aufgabe ausüben kann.

Welche Unterlagen brauchen Paten?

In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung. Sie dokumentiert, dass die Person, auf deren Namen die Bescheinigung ausgestellt ist, das Patenamt übernehmen darf. Sie ist im Gemeindebüro der Kirchengemeinde erhältlich, zu der der Pate oder die Patin gehört. Bei der Taufe Ihres Patenkindes erhalten die Paten in der Regel von der Kirche eine Patenurkunde.

Die Aufgaben der Taufpaten im Überblick

Die Paten sollen die christliche Erziehung des Kindes fördern und ihm bei seinem Lebensweg helfend zur Seite stehen. Vielleicht denken Sie jetzt: Oh nein, das kann nicht, mein Glaube ist doch viel zu schwach und ich gehe selbst nicht so oft in die Kirche. Aber es kommt nicht darauf an, dass Sie irgendetwas beweisen – schon gar nicht, wie „fromm“ Sie sind, sondern dass Ihr Patenkind biblische Geschichten, Feste, Lieder und Gebete kennenlernt. Und dazu gibt es viele Gelegenheiten: Schenken Sie Ihrem Patenkind eine Kinderbibel und lesen Sie ihm daraus vor. Sie können mit Ihrem Patenkind gemeinsam in die Kirche zu gehen – zum Krabbelgottesdienst, zum Gemeindefest, zum Laternenumzug. Vor einem gemeinsamen Essen sprechen Sie ein Tischgebet.

Auch für die Eltern sollten die Taufpaten zudem eine Stütze sein und sie in Erziehungsfragen beraten. Bei der Konfirmation sollten sie zugegen sein.

Um mit einem Missverständnis aufzuräumen: Sie versprechen bei der Taufe nicht, das Kind bei sich aufzunehmen und großzuziehen, falls den Eltern etwas zustoßen sollte. Für Sorgerechtsentscheidungen sind Familiengerichte zuständig, nicht die Kirche.

Andererseits: Wenn es Ihnen gelingt, eine gute Beziehung zu Ihrem Patenkind aufzubauen, kann es später – besonders während der Pubertät – davon profitieren. Denn mit den Eltern über Probleme zu reden fällt in dieser Zeit bekanntlich schwer. Patin oder Pate dagegen haben Abstand und sind damit gute Gesprächspartner. Einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Problemen und zwischenmenschlichen Konflikten zu lernen, gehört schließlich auch zu einer christlichen Erziehung dazu: Ihr Patenkind soll üben, ein gutes Verhältnis zu sich selbst, zu Gott und zu anderen Menschen zu pflegen. Dafür sind Sie als Pate oder Patin gemeinsam mit den Eltern verantwortlich. Es ist eine große Aufgabe – aber auch eine sehr schöne.

Die Aufgaben der Taufpaten bei der Taufe

Schon im Taufgottesdienst kommen Sie zum Einsatz, denn als Taufpatin oder Taufpate übernehmen Sie ein kirchliches Amt. Das soll und darf in der Feier sichtbar werden: Sie können die Taufkerze anzünden und vielleicht sogar den Täufling über das Taufbecken halten. Die Eltern freuen sich bestimmt, wenn Sie im Gottesdienst – in Absprache mit der Pfarrerin – ein Gebet oder einen Segensspruch für das Kind vortragen. Formal sind Sie Zeugin oder Zeuge der Taufe – und noch mehr als das! Gemeinsam mit den Eltern und stellvertretend für den Täufling sagen Sie „Ja“. Sie tragen also die Entscheidung mit, dass das Kind in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen wird. Später wird Ihr Patenkind vielleicht – hoffentlich – selbst ein „Ja“ zum Glauben finden und das mit der Konfirmation bezeugen. Während der Taufe können die Paten in vielen Gemeinden aktiv an der Gestaltung teilnehmen, indem sie zum Beispiel das Taufwassers bringen, die Taufkerze gestalten oder schenken, ein Fürbittgebet für das Kind sprechen oder das Kind während der Taufe halten.

Die schönsten Taufsprüche

Mit einem Vers aus der Bibel können Eltern und Paten ausdrücken, welche Wünsche sie dem Täufling mit auf den Weg geben möchten.

Hier einige Beispiele:
  • Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
  • dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. (Psalm 91,11)
  • Siehe ich bin mit dir und will dich behüten, wohin du auch ziehst. (Moses 28, 15a)
  • Gott beschenkt mich mit Kraft und weist mir den rechten Weg. (2. Buch Samuel 22, 33)
  • Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. (1. Buch Mose 12, 2)
  • Sei mutig und stark! Fürchte dich also nicht, und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst. (Josua 1, 9)
  • Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Johannesbrief 4, 16)
  • Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. (Markus 9, 23)
  • Er, Gott, wird dich mit seinen Fittichen decken und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln (Psalm 91, 4)
  • Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Psalm 139, 5)

Was kann ich zur Taufe schenken?

Hier geben wir Ihnen viele unterschiedliche Ideen für passende und sinnvolle Geschenke zur Taufe:

  1. Verschenken Sie eine altersgerechte Kinderbibel. Hier finden Sie Tipps und Empfehlungen dazu: (hier eventuell Link auf extra Seite mit Bücher-Tipps).
  2. Vielleicht möchten Sie einen kleinen Schutzengel verschenken, eine Figur aus Bronze, Holz oder Glas, versehen mit dem Taufspruch als Gravur.
  3. Mit einer Gravur wird übrigens aus vielen Gegenständen unkompliziert eine schöne Erinnerung. Unser Tipp: Lassen Sie den Namen Ihres Patenkinds und das Taufdatum eingravieren, in hochwertiges Kinderbesteck oder in einen Schmuckanhänger (z. B. einen Kreuzanhänger).
  4. Gestalten oder bestellen Sie die Taufkerze.